Mehr Wachstum, weniger CO2

von | Mai 1, 2021 | Polymers, Unkategorisiert

Wie Negative Emissionstechnologie Wirtschaft und Klima eine Zukunft bietet

Eine Zukunft, in der eine wachsende Wirtschaft und erreichte Klimaziele keinen Widerspruch darstellen, ist möglich. Voraussetzung dafür ist eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft basierend auf NET Materials® (Negative Emission Technology), die CO2 speichern, statt es zu verursachen. Mit dem carbonauten System können wir diesen Weg bereits heute einschlagen.

Ein sanfter Jingle weckt mich, kurz darauf ertönt eine angenehme Stimme. „Guten Morgen, es ist Samstag, 13. April 2097, sieben Uhr. Das Wetter ist sonnig bei milden 12 bis 19 Grad. Sie haben für heute eine Aufgabe eingetragen: Ich brauche einen neuen Schreibtisch.“ Ab unter die Ultraschalldusche, dann Kaffee, der Tag kann beginnen. Während ich mich zu meinem Replikator begebe, muss ich mich an die Dokumentation erinnern, die ich gestern im HoloNetz gesehen habe. Kaum zu glauben, dass Menschen Anfang des Jahrhunderts noch in Geschäfte gegangen sind, um Dinge des täglichen Gebrauchs zu kaufen. Was für eine Energie- und Zeitverschwendung.

„Hey Samsa, ich brauche eine neue Schreibtischplatte, 180 mal 75 mal vier Zentimeter, anthrazit, simulierte Holzmaserung.“ Über meinem Replikator erscheint ein Hologramm einer Schreibtischplatte. „Ja, das passt. Bitte produzieren.“ Leicht gelangweilt sehe ich zu, wie der Replikator aus Kohlenstoffgranulat Millimeter für Millimeter meine Schreibtischplatte ausdruckt. Gestern noch habe ich meine alte, zerkratzte Platte in meinen Verwerter gesteckt, der sie in den Rohstoff für die neue Platte umgewandelt hat. Die überschüssige Energie, die dabei entstanden ist, deckt heute den gesamten Bedarf des 3D-Drucks ab. „Hey Samsa, die Nachrichten bitte.“

New York. Die UN hat heute erklärt, dass alle 10 Milliarden Menschen offiziell Wohlstandsstufe 4 erreicht haben. Die Sprecherin der Vereinten Nationen Jara Imbowa betonte, dass damit nach dem erfolgreichem Stopp des Klimawandels Mitte des 21. Jahrhunderts das zweite große Entwicklungsziel der Menschheit erreicht sei. Die Hauptfaktoren für die Erfolge seien das Umsatteln auf Negativ-Emissionstechnologien und -Materialien sowie die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien.“

Eine weltbewegende Nachricht, aber im Moment freue ich mich noch mehr, dass meine Schreibtischplatte fertig ist. „Danke, Samsa.“

Wachstum statt Verzicht

Ob Sie es glauben oder nicht, eine Zukunftsvision dieser Art ist wahrscheinlicher, als man vielleicht denkt. Führende Zukunftsforscher sind sich darin weitgehend einig, dass es Technologie sein wird, die die großen Menschheitsprobleme – Armut, Klimawandel, Bevölkerungswachstum – lösen wird, und nicht Verbote, Einschränkung, Verzicht. Es muss nur die richtige Technologie sein. Wirtschaftliches Wachstum ist grundsätzlich notwendig: würden wir einfach weniger produzieren und leisten, blieben viele Menschen langfristig auf der Strecke. Denn wirtschaftliches Wachstum und technologische Innovation sind eine Grundvoraussetzung dafür, dass eine wachsende Weltbevölkerung Nahrungsmittel, Unterkunft, Zugang zu Bildung, Mobilität und medizinischer Versorgung erhält.

Das Problem unserer bisherigen Weise zu Wirtschaften liegt nicht darin, dass sie auf dem Prinzip des Wachstums beruht, sondern in den Rohstoffen, die wir verwenden, und den Energiequellen, die wir nutzen. Auch in einer Zeit, in der uns unsere ökologische Verantwortung immer bewusster wird, verbrauchen wir mehr Ressourcen, als sie nachwachsen können. Und wir stoßen mehr CO2 aus, als der Planet absorbieren kann. Doch was wäre, wenn es einen anderen Weg gäbe? Wenn wir Rohstoffe hätten, bei deren Produktion kein CO2 entsteht, sondern die CO2 speichern? Was, wenn wir bei der Produktion dieser Rohstoffe mehr Energie produzieren, als wir verbrauchen? Wenn wir dadurch umso mehr für den Klimaschutz tun, je mehr wir davon produzieren?

CO2 negative Kunststoffteile, hergestellt aus Biokohle mit bioabbaubarem PLA

Negative Emission Technology ist die Antwort

Die Antwort auf diese Fragen liegt näher, als das „was wäre, wenn“ andeutet. Denn NET Materials® (Negative Emission Technology) sind heute bereits Realität. Wir bezeichnen damit Biokohlenstoffe, die durch das System der carbonauten, basierend auf pyrolytischer Karbonisierung, aus biogenen Rest- und Problemstoffen entstehen und herkömmliche Rohstoffe wie Holz oder Plastik ersetzen. Doch damit nicht genug, dass wertvolle natürliche Rohstoffe und energieintensive künstliche Materialen ersetzt werden – diese Biokohlenstoffe speichern dauerhaft eine signifikante Menge an CO2: 3,3 Tonnen CO2 pro Tonne Biokohlenstoff. Also einfach gesagt: Es sind Materialien, durch die kein CO2 entsteht, sondern CO2 reduziert wird – daher der Name „Negativemission“. Und bei ihrer Herstellung entsteht auch noch ein Überschuss an Energie, der Energie aus fossilen Quellen ergänzen oder völlig ersetzen kann. Sogar die bereits CO2-neutralen Abgase der carbonauten Anlagen können noch weiter verwertet werden: Durch ein Umwandlungssystem lässt sich hochreiner „grüner“ Kalk herstellen, der zum Beispiel für Pharmaindustrie, Papierindustrie oder Bauindustrie hochattraktiv ist. Deren Kalkbedarf wird bisher durch das energieintensive Abbauen eines Naturprodukts gedeckt – die carbonauten bieten dagegen eine CO2-senkende Alternative ohne Mehrkosten.

Wir bieten damit eine Grundlage für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft, die mit niedrigen Kosten viel produzieren und damit wachsen kann – und durch ihr Carbon-to-Carbon-Prinzip aktiv zum Entzug von CO2 aus dem Wertstoffkreislauf beiträgt, je mehr sie wächst. Was auf den ersten Blick vielleicht kompliziert klingt, ist tatsächlich ziemlich einfach. Aber eben auch clever. Das zeigen wir dir in den kommenden Blogposts, in denen wir konkrete Beispiel zeigen, wie NET Materials® unser Motto „minus CO2“ heute schon verwirklichen – und was in Zukunft noch alles möglich ist. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann folge doch unserem Blog. Es lohnt sich, denn uns steht eine wunderbare Zukunft bevor – hier erfährst Du, wie wir diese bereits heute gestalten.

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